{"title":"Ein beeindruckendes Debüt: Butterflies von Sinine","slug":"sinine-butterflies-review","url":"https://www.romanjasiek.de/sinine-butterflies-review/","published_at":"2009-09-29T08:42:00.000Z","updated_at":"2026-10-12T08:57:49.000Z","excerpt":"Eine Reise zu machen, ist heutzutage für gewöhnlich mit der Investition einer größeren Menge Geld verbunden. Außerdem benötigt man zusätzlich auch noch Zeit und Gelegenheit. Drei Faktoren also, die in diesen unsicheren Zeiten gerne mal zur Mangelware werden. Aber es geht auch einfacher: Wer einigermaßen mit Fantasie ausgestattet ist und zudem in der Lage, sich von Musik auf eine (Gedanken-)Reise entführen zu lassen, der kann ab jetzt in der musikalischen Welt von Sinine und ihrem Debütalbum Butt","meta_description":null,"html":"<p>Eine Reise zu machen, ist heutzutage für gewöhnlich mit der Investition einer größeren Menge Geld verbunden. Außerdem benötigt man zusätzlich auch noch Zeit und Gelegenheit. Drei Faktoren also, die in diesen unsicheren Zeiten gerne mal zur Mangelware werden. Aber es geht auch einfacher: Wer einigermaßen mit Fantasie ausgestattet ist und zudem in der Lage, sich von Musik auf eine (Gedanken-)Reise entführen zu lassen, der kann ab jetzt in der musikalischen Welt von <strong>Sinine</strong> und ihrem Debütalbum <strong>Butterflies</strong> einen Kurzurlaub machen.</p><p>Wenn man Euch <strong>Estland</strong> als Begriff vorsetzt, ist Musik vermutlich nicht das Erste, an was Ihr denkt, oder? Ich kann mir vorstellen, dass da zunächst eher Assoziationen geweckt werden an karge, leicht unterkühlte und von schroffer Schönheit geprägte Landschaften. Das Land, das sich flächenmäßig einigermaßen mit unserem <strong>Niedersachsen</strong> vergleichen kann, ansonsten aber zum <strong>Baltikum</strong> gehört, ist – zumindest in der Schwarzen Szene – noch nicht unbedingt als Exportweltmeister für gefällige Szene-Musik in Erscheinung getreten. Das könnte sich dank <strong>Sinine</strong> nun ändern, deren Geschichte bis ins Jahr 2003 zurückreicht und die den neuesten Zugang in der <strong>Accession-Labelfamilie</strong> darstellen.</p><p>Es muss schon etwas Besonderes sein, wenn <strong>Accession-Chef Adrian Hates</strong> eine neue, bislang unbekannte Band unter Vertrag nimmt und sie sich somit in die Riege so illustrer Bands wie <strong>[:SITD:]</strong> oder eben <strong>Diary of Dreams</strong> einreiht. Und in der Tat, Herr <strong>Hates</strong> selbst lobt <strong>Sinine</strong> in den höchsten Tönen: »Manche Musik ist einfach nur Unterhaltung. Manche ist Kunst. Manche Kunst ist unterhaltend. Sinines Musik ist eindeutig Kunst und kommt aus dem tiefsten Inneren. Sie kommt von Herzen, ist tiefgründig und ehrlich und daher ist es auch unterhaltend, durch die Songs zu reisen.«</p><p>Natürlich wird er als Labelchef wohl kaum negative Worte für seine neuen Schützlinge finden. Aber wer sich der Musik von Sinine hingibt, wird feststellen, dass Herr <strong>Hates</strong> mit dem Signing von <strong>Sinine</strong> ein goldenes Händchen bewiesen hat, denn die hier gebotene Musik ist erstaunlich vielschichtig. Da wird offen mit Einflüssen ihres Heimatlandes gespielt (im Opener <strong>Inglid</strong> zum Beispiel, das fast schon an Filmmusik erinnert). Dann wiederum steigern <strong>Sinine</strong> deutlich das Tempo und wirken schon fast metallisch (<strong>The End</strong>) nur um dann doch noch mal die Elektronik auszupacken und der Erwartungshaltung einmal mehr einen Strich durch die Rechnung zu machen und einen veritablen Club-Song zu servieren (<strong>Empty Me Of Emptiness</strong>).</p><p><strong>Butterflies</strong> mixt so viele Stile und bandelt dabei gerne auch mal mit Weltmusik an, dass zu keiner Zeit der (leider) nur 8 Songs umfassenden Spielzeit Langeweile oder Monotonie aufkommt. Im Gegenteil: Mehr Abwechslung wird man in diesem Jahr wohl auf kaum einem anderen Album finden, von Debütalben ganz zu schweigen. Man hört <strong>Butterflies</strong> einfach an, dass in diesem sehr persönlichen Konzeptalbum 5 Jahre harter Arbeit von <strong>Sinine-Mastermind Mauno Meesit</strong> stecken. <strong>Butterflies</strong> besteht aus handverlesenen Sounds und Melodien, die bestimmte Plätze, Erinnerungen, Personen, Erlebnisse und Ähnliches aus Meesits Vergangenheit ausdrücken und beschreiben sollen.</p><p>Eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Und jeder Musikliebhaber hat nun die Möglichkeit, für weniger als 20 Euro sich immer und immer wieder auf einen Kurztrip in eine andere Welt zu begeben, zumal die Halbwertszeit dieses Albums aufgrund der Vielfältigkeit enorm hoch ist.</p><p>Als ich von <strong>Sinine</strong> erfahren habe, dachte ich mir: „Hmm&nbsp;… wenn Accession wieder jemand Neues unter Vertrag nimmt, dann muss das schon etwas Besonderes sein.“ Und richtig: <strong>Sinines Butterflies</strong> ist ein vor allem musikalisch sehr, sehr beeindruckendes Debüt. Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten mit dem Gesang, aber das ist zum einen eine sehr subjektive Sache und ändert zum anderen so rein gar nichts am durchweg positiven Gesamteindruck. Inzwischen hab ich mich aber auch an die Stimme des Sängers gewöhnt, sodass dem vollständigen Abtauchen in den Klangkosmos <strong>Sinines</strong> nichts mehr im Weg steht. Und inzwischen bin ich definitiv sehr froh, dass dieses Kleinod in mein CD‑Regal gewandert ist. Ich hoffe, das findet viele Nachahmer. Verdient hätte es diese Truppe!</p><figure class=\"kg-card kg-image-card kg-card-hascaption\"><img src=\"https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/2026/10/sinine_butterflies-1.jpg\" class=\"kg-image\" alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"500\"><figcaption><span style=\"white-space: pre-wrap;\">© Accession Records</span></figcaption></figure>","tags":["Musik"],"authors":["Roman Jasiek"],"feature_image":"https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/2026/10/sinine_butterflies.jpg","archived_at":"2026-10-12T09:15:59.150Z"}